//Rezension// History / Japan / Nachkriegszeit / Die sinkende Sonne
Werbung / Rezensionsexemplar / Historischer Roman / Japan / Nachkriegszeit
Osamu Dazai ist ein Autor der im frühen 20. Jahrhundert gelebt hat. Die sinkende Sonne handelt über eine verarmte japanische Adelsfamilie und ihre Probleme nach dem Krieg.
Details:
Titel: Die sinkende Sonne
Autor: Osamu Dazai
Verlag: Anaconda
Erschienen Neuauflage: 12.08.2026
Erschinen Original: 1947
Genre: Historischer Roman
Seiten: 160
Preis Buch: 7,95€
Preis Buch: 7,95€
Darum geht´s:
Japan nach dem Zweiten Weltkrieg.Kazuku ist eine gesellschaftlich gescheitere Frau, weil sie mit fast 30 Jahren kinderlos und geschieden ist. Sie kehrt in ihr Elternhaus zurück. Die eigentlich adelige Familie ist nach dem Tod des Vaters arm und mittellos. Kazuku und ihre kränkliche Mutter, werden mit dem Wohlwollen von Kazukus Onkel verwaltet.
Der Onkel rät der jungen Frau, sich einen Mann zu suchen, um niemanden zu belasten. Doch Kazuku will das von Herzen nicht und entscheidet sich anders. Zusammen mit ihrer Mutter versucht sie auf dem Land alleine und ohne männlichen Vormund klarzukommen. Dabei scheitern sie sehr oft an finanziellen Möglichkeiten. Doch die beiden Frauen lassen sich nicht unterkriegen und verkaufen nach und nach ihre teure Ausstattung. Als dann Kazukus Bruder Naoji aus dem Krieg zurückkehrt, gerät der Haushalt weiter in Schieflage, denn Naoji ist alkoholabhängig und nimmt keine Rücksicht auf die Situation der Familie.
Meine Bewertung:
Das Buch wird aus der Sicht von Kazuku beschrieben. Sie beschreibt die Dinge sehr nüchtern, fürchtet sich aber auch vor der Zukunft, die nicht gut für sie und ihre Mutter aussieht. Ihre Mutter ist eine zarte und kränkliche Person und Kazuku muss sich ständig Sorgen um sie machen. Sie befürchtet das ihre Mutter irgendwann auch nicht mehr da ist und das macht ihr Angst, weil sie ihre Mutter liebt. Doch Kazukus Mutter scheint ihren Sohn mehr zu lieben als ihre Tochter und das, obwohl er sich selten um sie kümmert. Das macht Kazuku traurig aber sie versucht es zu verdrängen. Sie versucht nach vorne zu sehen und das Beste aus der komplizierten Situation zu machen. Es ist bedauerlich, dass sie als Frau nicht so viele Möglichkeiten hat, sich selbst zu verwirklichen. Der Autor befasst sich kritisch damit. Dadurch das er eine Frau als Hauptprotagonistin wählte, gab er den eher unsichtbaren Frauen der japanischen Gesellschaft eine Stimme.
Ein bisschen seltsam fand ich die Wandlung von Kazuku, als sie plötzlich dem Sensei ihres Bruders schrieb und diesem ihre Verliebtheit gestand. Das war für mich etwas unrealistisch, denn den Mann hatte sie einmal gesehen und er hat sie geküsst, obwohl er verheiratet ist. Sie hat ihn und ihre Liebe zu ihm so in Briefen vergöttert und geschrieben als wäre er ihre Rettung. Für mich war diese Aktion von ihr etwas verwirrend, wo sie doch eigentlich keinem Mann mehr wollte. Es war auch nicht so als wäre er ein besonders schöner Mann gewesen oder besonders reich. Gut am Ende bekommt Kazuki auf ihre Art was sie will. Das erfährt man allerdings auch erst am Ende des Romans.
Naoji ist mit seinem ganzen Leben unglücklich. Er möchte sehr gerne zur nicht adeligen Gesellschaft hinzugehören, doch schon in jungen Jahren wird ihm klar, dass er sich dafür ändern muss. Leider zum schlechten und auch dann fühlt er sich nie wie ein akzeptiertes Mitglied der männlichen Gesellschaft. Er leidet innerlich und lässt sich daher treiben und ertränkt seine Sorgen in Alkohol (oder Opium). Gleichzeitig schämt er sich seiner Familie gegenüber, versucht sich das aber nicht anmerken zu lassen. Sein innerer Konflikt wird erst nach und nach deutlich.
Ein bisschen seltsam fand ich die Wandlung von Kazuku, als sie plötzlich dem Sensei ihres Bruders schrieb und diesem ihre Verliebtheit gestand. Das war für mich etwas unrealistisch, denn den Mann hatte sie einmal gesehen und er hat sie geküsst, obwohl er verheiratet ist. Sie hat ihn und ihre Liebe zu ihm so in Briefen vergöttert und geschrieben als wäre er ihre Rettung. Für mich war diese Aktion von ihr etwas verwirrend, wo sie doch eigentlich keinem Mann mehr wollte. Es war auch nicht so als wäre er ein besonders schöner Mann gewesen oder besonders reich. Gut am Ende bekommt Kazuki auf ihre Art was sie will. Das erfährt man allerdings auch erst am Ende des Romans.
Naoji ist mit seinem ganzen Leben unglücklich. Er möchte sehr gerne zur nicht adeligen Gesellschaft hinzugehören, doch schon in jungen Jahren wird ihm klar, dass er sich dafür ändern muss. Leider zum schlechten und auch dann fühlt er sich nie wie ein akzeptiertes Mitglied der männlichen Gesellschaft. Er leidet innerlich und lässt sich daher treiben und ertränkt seine Sorgen in Alkohol (oder Opium). Gleichzeitig schämt er sich seiner Familie gegenüber, versucht sich das aber nicht anmerken zu lassen. Sein innerer Konflikt wird erst nach und nach deutlich.
Der Autor ist nicht sehr alt geworden, er hat Selbstmord begangen. Gleichzeitig ist auch in seinem Werk Selbstmord ein Thema. Ob man dort schon seine Pläne erahnen konnte? Ich glaube, er fühlte beide Protagonisten Kazuku und Naoji auf ihre Weise sehr. Vielleicht identifizierte er sich mit ihnen und ihren jeweils unterschiedlichen weltlichen Schmerz. Oder er war einfach ein Dramatiker.
Für 7,95 € bekommt ein gutes Hard-Coverbuch. Wenn euch die Story interessiert, oder ihr generell klassische Romane mögt, könnt ihr hier ohne schlechtes Gewissen zugreifen.
Fazit:
Ein literarisch eher anspruchsvolles Werk, das die tiefsten Gefühle und Leiden gesellschaftlich gefallener Personen thematisiert und die Sicht der Gesellschaft auf diese Personen kritisiert. Ich glaube, man muss es zweimal lesen, um es vollständig zu begreifen. Ist vielleicht in seiner Art der Erzählung auch nicht unbedingt für jeden etwas.
Bewertung:
Bildrechte
Foto: Lesefieber-Buchpost
Cover: Verlag und Illustrator
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Dieser Beitrag gibt meine freie Meinung wieder.
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Danke an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.



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