Montag, 4. Juni 2018

//Rezension// Butterflies - Die Göttin wird sich erheben + Interview mit Simone Bauer

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Dieses Buch ist aus dem Kreise meiner Freunde zu mir gekommen. Die liebe Simone ist nämlich nicht nur Mitglied von Sailor Moon German, sondern eine begabte Journalistin und Autorin. Natürlich gibt´s hier trotzdem meine unverfälschte Meinung zum Buch. 


Details

Titel: Butterflies -  Die Göttin wird sich erheben
Autor: Simone Bauer
Erschienen: 16.04.2018 
Verlag: TWENTYSIX
Genre: Jugendroman / Fantasy
Seiten: 180
Preis Taschenbuch: 5,99€
E-Book: 3,99€




Meine Zusammenfassung:

Kelly ist vor ihrer alkoholkranken Mutter, zu ihrem Bruder Matt nach Santa Monica geflüchtet, der dort ein kleines Hotel besitzt. Als Kelly die Schule wechseln muss lernt sie Mary-Kate kennen. Diese ist an der Schule nicht sehr beliebt und wird regelrecht sogar gemieden. Angeblich waren ihre Eltern in einer geheimnisvollen Sekte und nahmen sich schließlich das Leben. Doch der burschikosen Kelly macht das gar nichts, sie schließt Mary-Kate in ihr Herz und fortan verbringen beiden den Schulalltag gemeinsam. Aber seit dem Tod ihrer Eltern ist Mary-Kate nicht mehr dieselbe. Sie spürt, das sich eine dunkle Macht in ihr befindet, die sie nicht kontrollieren kann. In ihrer Not vertraut sie sich Kelly an. Doch kann diese ihr helfen die Finsternis zu besiegen, oder ist es dafür schon zu spät?

Meine Bewertung:

Dieses Buch hat eine wunderschöne Mischung aus Fantasy und Realität. Auf der einen Seite haben wir die ganz normale Mädchenfreundschaft zwischen Kelly und Mary-Kate. Auf der anderen Seite ist da dieser mysteriös dunkle Teil, der Mary-Kate umgibt. Der Einstieg, muss ich gestehen hat mir nicht so gut gefallen, ich hab mich so in die Geschichte hinein geschmissen gefühlt. Daher hat sich der erste Abschnitt etwas zäh lesen lassen, weil man nicht genau wusste, was jetzt genau passiert und wie das einzuordnen ist. 

 Der Aufbau der Spannung ist gut gemacht, sie fängt in der Mitte des Buches an und steigert sich am Ende zu ihrem Höhepunkt. Da liest man gerne das Buch von vorne bis zum Schluss an einem Stück. Schreibstil und Struktur des Buches lassen auf jeden Fall Simones journalistischen Hintergrund durchblicken. Sie ist stilsicher und beherrscht ihr Fach, ohne dabei steif zu wirken. 

Das die burschikose Kelly ein Auge auf die schöne Amber geworfen hat ist dezent, aber sehr sinnlich verpackt. Wie Simone Amber aus der Sicht von Kelly beschreibt, ist so schön, dass man sich glatt auch in dieses Mädchen verlieben könnte. Ich finde sie bringt hier ein bisschen von Haruka und Michiru aus Sailor Moon rein, was mir sehr gefällt. Was mir auch sehr gut gefallen hat ist das Mary-Kate sich Kelly mit ihrem Problemen anvertraut und sich somit nicht allein dem Kampf stellen muss. Das bringt die Botschaft, das man nicht alles allein schaffen muss, sondern seinen Freunden vertrauen kann sehr gut rüber.

Man hätte noch so viel mehr aus der Story herausholen können. Sie war gut geschrieben und ich hätte noch gerne etwas mehr von Kelly und Mary-Kate gelesen. Vor allen wie es mit Amber und Kelly weiter geht, awwwww. 


Interview mit Simone:

1) Erzähl uns doch mal was von dir. 

Ich bin die Simone Bauer, 27 Jahre alt und Wahlmünchnerin. Ich arbeite als Autorin und Journalistin. Bayernweit kann man mich zum Beispiel regelmäßig auf egoFM in der Sendung „Junge Talente“ hören. Ich schreibe für die MISSY und MyFanbase über Musik, Filme und Literatur und für die Zeitschriften des Konekoverlags über die Popkultur in Japan und Südkorea. 2016 und 2017 durfte ich jeweils einen Monat in Japan verbringen und viele Inspirationen sammeln! Die Sprache lerne ich seit drei Jahren. Und weil man ja nicht nur den ganzen Tag schreiben kann, tanze ich auch furchtbar gerne! 

2) Warum hast du gerade Schmetterlinge im Titel und in deiner Geschichte vorkommen lassen? 

Ganz einfach, glaube ich, weil ich Schmetterlinge so fabelhaft finde! Die tummeln sich in meiner Deko, an meinen Ohren, auf meinen Kleidern, um meinen Hals. Ich wollte eine Art Kontrast erschaffen zu den Raben, die die keltische Göttin Morrígan begleiten. Zwar ist diese ja auch nicht grundsätzlich böse, aber ich wollte ein wenig Licht zu ihrem Schatten schaffen, und da erschienen mir diese wundervollen Geschöpfe als passend! 

3) Wie bist du auf die Idee zu Butterflies gekommen? 

Ich habe schon mit 13 angefangen, an der Geschichte zu arbeiten, also nehme ich an, ich bin damals über die Legende zu Morrígan gestolpert. Immer mal wieder habe ich „Butterflies“ weitergeschrieben, aber so richtig habe ich erst Anfang letzten Jahres beschlossen, das Buch auch meinen Probelesern zu zeigen und zu überarbeiten. Mir war es wichtig, die Freundschaft zweier Mädchen in den Vordergrund zu stellen, die einander auch in dunklen Zeiten helfen. 

Als ich dann den Schreibwettbewerb des Diana Verlags gewonnen habe, mit der Kurzgeschichte „Kyoto, Irene und der Typ feiern Weihnachten“ (https://www.randomhouse.de/Schreibwettbewerb-des-Diana-Verlags-und-TWENTYSIX-/aid78182.rhd), und ich die Chance erhielt, bei Twentysix ein Werk zu veröffentlichen, war mir klar, das ist die Möglichkeit! 

4) Deine Protagonistin Kelly aus Butterflies ist lesbisch. In den meisten Jugendromanen findet man gleichgeschlechtliche Liebe nicht so häufig. Findest du die Literaturwelt sollte außerhalb von Manga und Anime toleranter werden? Oder hat sich da schon was getan? 

In den letzten Jahren wurden einige tolle Coming-out-Geschichten veröffentlicht, wie zum Beispiel Lina Kaisers wundervolles „Im Abseits der Lichter“ und die dazugehörige Fortsetzung. Allerdings wünsche ich mir selbst mehr Geschichten, in denen nicht das Coming-in und -out im Mittelpunkt steht. Das hat zwar absolut seine Berechtigung und ist super wichtig, aber man wünscht sich einfach mehr Wlws (Women loving women), die die Welt retten! Das gilt nicht nur für die Literaturwelt. Es gibt zwar inzwischen super viele lesbische Charaktere in beliebten Serien, wie Emily in „Pretty Little Liars“ oder Arizona in „Grey’s Anatomy“, aber die haben meistens alle lange Haare und feminines Äußeres. Kelly ist burschikos. Eine warmherzige, junge Frau, die auf Poesie steht, aber eben kurze Haare hat und Karohemden trägt. Solche Mädchen und Frauen wie sie gibt es zuhauf, aber sie werden eben nicht repräsentiert! Das sollte sich ändern. 

Bei Manga und Anime sind die lesbischen Superheldinnen ebenfalls oft nur Nebenfiguren und Yuri spielt meistens nur auf der High School, meistens mit viel Lippenstift. Am liebsten würde ich den nächsten Yuri-Sportanime schreiben! 

5) Warum spielt deine Geschichte in Amerika und nicht z.B. in München? 

Drei meiner Romane spielen in München und mein anderes Jugendbuch, „Alkoholfrei“ – der Titel ist Programm! -, spielt in meiner Heimat Regensburg. Daher war es schon ein wenig mein Traum, einmal wegzugehen von bekannten Orten und eine typische High-School-Geschichte zu schreiben! So richtig schön klischeehaft mit einem Homecoming-Ball! 

6) Hörst du Musik beim schreiben und wenn ja welche? 

Ich höre vornehmlich Hamburger Schule – also Kettcar, Tomte, Gloria, Olli Schulz. Aber zum Beispiel konnte ich „Es ist kompliziert, du aber auch“ hervorragend auf „Red“ von Taylor Swift schreiben. Das kommt immer ein wenig auf den Inspirationsfunken an! Wenn ich nicht schreibe, höre ich am liebsten die Musicals der Takarazuka Revue oder zu „Sailor Moon“, K-Pop-Acts wie MAMAMOO, Younha und f(x) oder Indierocker wie Placebo, The Wombats oder Fall Out Boy. 

7) Gibt es eine Fortsetzung zu Butterflies? 

Es ist keine Fortsetzung geplant, aber ich spiele momentan mit einer Geschichte, die im selben Universum spielt, quasi „um die Ecke“ in Los Angeles. Die würde vielleicht sogar ein bisschen Bezug auf die Ereignisse aus „Butterflies“ nehmen – mal sehen, was sich entwickelt! 

8) Wie findest du Inspiration für deine Bücher? 

„Butterflies“ ist stark davon beeinflusst, dass ich über die Serie „Buffy“ zum Schreiben kam, und als Jugendliche auch gerne „Charmed“ geguckt habe. Ich erzähle gerne die Geschichten starker, junger Frauen, die versuchen, über sich selbst hinauszuwachsen – klar, normalerweise mit weniger Fantasyelementen. Mir ist es wichtig, keine Autobiografie zu schreiben, aber es kommen durchaus Anekdoten aus meinem eigenen Leben auf irgendeine Art und Weise zum Einsatz – oder was mich gerade so bewegt. 

9) Was verbindest du mit Sailor Moon und wie prägt dich das auf deinem Lebensweg? 

Ich habe „Sailor Moon“ damals im Alter von 7, 8 auf RTL 2 entdeckt und mich sofort mit Michiru identifizieren können. Das ist über die Jahre nur noch stärker geworden! 

Wie sehr habe ich mir damals ihre Mugen-Schuluniform gewünscht … und Jahre später hat mir dann meine beste Freundin bei meinen ersten Cosplayschritten geholfen. Als VIVA nämlich angefangen hat, die Folgen zu wiederholen, war ich gerade in einer sehr schlechten Phase. Ich war durchs Editieren ausgelaugt und fiktional blockiert. Journalistisch habe ich mich sehr in eine Einbahnstraße gedrängt gefühlt. Bei Tumblr war ich dann eher zufällig an der Gründung des „HaruMichi Tumblr Circle“ beteiligt und dank der „Prompt Partys“ war mein fiktionales Schreiben auf einmal wieder gefordert! Durch die japanische Themenvielfalt, die sich mir auf einmal eröffnete, war auch eine neue, journalistische Perspektive gegeben. Ich habe so viele tolle Menschen auf der ganzen Welt oder direkt in meiner Nähe kennenlernen dürfen! 

Ich verdanke „Sailor Moon“ also sehr, sehr viel – und noch viel mehr! 

10) Wie schaffst du es immer so eine positive Aura zu vermitteln? 

Wie Thees Uhlmann immer so schön sagt: „I’m a lover, not a hater.“ Mir ist es wichtig, Dinge zu unterstützen, an die ich glaube, und nicht dauernd alles zu zerreden. Ich setze mich ein und möchte Harmonie und ein gutes Gefühl verbreiten. Natürlich muss man manchmal einen Verriss schreiben, aber ich versuche, das zu vermeiden, und vor allem immer jede Seite zu betrachten. 

11) Was planst du zukünftig für neue Werke? 

Derzeit arbeite ich erst einmal mit Hochdruck als Chefredakteurin daran, dass wir eine wunderschöne Ausgabe des SailorMoonGerman-Magazins zu Sailor Neptune (http://shop.sailor-pride.de/home/19-sailormoongerman-magazin-ausgabe-6.html) im August veröffentlichen! Und es sind noch ein paar andere Dinge für den Sommer geplant, zu denen ich noch nicht zu viel verraten darf. 

12) Gehst du auch auf Buchmessen, wo kann man dich häufig antreffen? 

Ich war tatsächlich noch auf keiner einzigen Buchmesse – unfassbar, oder? Ein Besuch in Leipzig oder Frankfurt ist definitiv ein großer Wunsch von mir und ich hoffe, spätestens nächstes Jahr klappt es! 

13) Magst du uns sonst noch gerne etwas sagen? 

Folgt mir doch gerne auf Social Media, wenn ihr meinen bunten Mix aus Reisen, Konzerte, Mode, Cosplay und Infos zu meinen Projekten mögt – auf Twitter unter @teaserette und auf Instagram unter @howmanyheartaches. Auf Facebook bin ich unter @SimoneBauerFrohmannVerlag zu finden!

Herzlichen Dank für das Interview, wir freuen uns auf deine nächsten Werke :-)




Danke an Simone Bauer für Rezensionsexemplar und Interview :-)
Meinung