//Rezension// Viel Fleiß kein Preis - Warum Frauen im Berufsleben oft den Kürzeren ziehen

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Wer gerade in der Bewerbungsphase ist und auf YouTube nach Ratgebern schaut, wird wahrscheinlich automatisch auf Martin Wehrle stoßen. Seine Videos sehr hilfreich und recht kompetent. Auch wenn man es als Frau im besten Alter in der Bewerbungsphase nicht gerade leicht hat, kann er einen durchaus Mut machen. Daher habe ich auch gerne zu dem Buch "Viel Fleiß kein Preis" gegriffen, weil ich schon das Gefühl habe oft den "Kürzen" im Berufsleben zu ziehen. Mal sehen was Martin Wehrle dazu schreibt.

Details

Titel: Viel Fleiß kein Preis - Warum Frauen im Berufsleben oft den Kürzeren ziehen
Autor: Martin Wehrle
Erschienen: 17.07.2017
Verlag: Goldmann-Verlag
Genre: Sachbuch / Lebensberatung
Seiten: 352
Preis Taschenbuch: 10,00€
E-Book: 8,99€






Meine Zusammenfassung:

Eines Morgens wacht Peter Müller als waschechte Frau auf. Plötzlich ist alles anders, wo eine glanzvolle Zukunft als gut verdienender Businessman ihn wartete, ist da auf einmal Petra Müller zwar genauso gebildet, aber im besten gebärfähigen Alter.
Doch Peter - jetzt Petra Müller, ist im Kopf immer noch ein Mann und so zieht er alle Register, um einen guten Platz in seiner alten Firma zu ergattern. Aber als Frau wird er von seinen Kollegen ganz anders behandelt und wahrgenommen und so wird ihm schnell bewusst, welche Probleme Frauen im Berufsleben zu überwinden haben. 

Meine Bewertung:

Mir ist sofort aufgefallen, dass der Autor hier nicht nur ein einfaches Sachbuch mit langweiligen Fakten geschrieben hat. Das Buch ist wie ein Roman geschrieben. Wem also die beinhalteten Fakten und Tipps nicht unbedingt weiterhelfen, hat trotzdem ein interessantes Buch gelesen.
Manche Stellen sind sehr lustig geschrieben, hier kommt also auch der Humor nicht zu kurz.

Mich hat es jeden Fall sehr unterhalten, aber manchmal auch deprimiert, weil einiges wirklich der Realität entspricht und oftmals sehr schwer zu überwinden ist. Es ist einfach ungerecht wie manche Männer ihre Kolleginnen behandeln. So ist es bestimmt schon mal der ein oder anderen Frau passiert, dass ungeliebte Unterlagen auf ihren Tisch zur Bearbeitung landeten, während der Kollege der es eigentlich bearbeiten sollte pünktlich nach Hause ging. Hier bietet der Autor eine Lösung wie dieser Fall mit dem Kollegen zu handhaben ist.

Aber Martin Wehrle wälzt seine Kritik nicht nur auf die Männer ab, auch Frauen können aktiv dazu beitragen mehr Wertschätzung zu erfahren (und nicht nur wenn sie Kuchen mitbringt - Ja auch das kommt mir sehr bekannt vor - allerdings habe ich mein Hobby ausgelebt und brauchte fleißige Tester) 

Hier ein paar Beispiele:

Fakt ist, dass Frauen nach Tagungen abends lieber auf ihrem Zimmer bleiben, während Männer sich an der Bar treffen, um Kontakte auszutauschen. Besonders introvertierten Frauen fällt es echt schwer sich hier zu überwinden. Aber es ist gut, wenn man auf diesen wichtigen Aspekt der Zwischenmenschlichkeit aufmerksam gemacht wird. So kann man es sich einrichten, gezielt seine Energie für Ein-zwei Stunden Smalltalk zu nutzen. Manchmal muss man seine Komfortzone verlassen, dann ergibt sich mehr als man denkt.

Auch das Alkohol den Kontakt zu den Kollegen verbessert ist nicht neu, wird aber von Frauen wenig beachtet. Man ist beim gemeinsamen Trinken geselliger und auch hier werden unter anderen viele wichtige Informationen ausgetauscht, die vielleicht so nicht entstanden wären.

Und da gibt es noch natürlich noch weitere interessante Sachen zu lesen.

Ich finde dies ist ein Buch, welches auch mal die ein oder andere männliche Führungskraft lesen sollte, um seine Perspektive neu zu überdenken. Frauen hilft es auf jeden Fall weiter, ihre Verhaltensmuster an der Arbeit zu erkennen und eventuell neu auszurichten.

Der Sprachstil ist leicht zu lesen und gut nachzuvollziehen. Das Buch lässt sich auch mal nebenbei gut lesen, weil die Unterteilung der Kapitel recht gut gelungen ist.

 Es ist lustig, dass ein Mann aufzeigt was in der männerdominierten Berufswelt schief läuft, obwohl er diese Probleme eigentlich nicht hat. Jedoch zeugt es meines Erachtens von großer Empathie, sich als Mann mit diesem Thema zu beschäftigen. Bei mir findet das Buch einen Platz im Regal, weil es mich einfach überzeugt hat.





Danke an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar.
@ Martin Wehrle -