Freitag, 9. März 2018

\\Rezension// Die Stille meiner Worte

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Inhalt

Hannah hat ihre Worte verloren. In der Nacht, als ihre Zwillingsschwester Izzy ums Leben kam. Wer soll nun ihre Gedanken weiterdenken, ihre Sätze beenden und ihr Lachen vervollständigen? Niemand kann das. Egal, was Hannahs Eltern versuchen, sie schweigt.
Um Izzy nicht loslassen zu müssen, schreibt sie ihr Briefe. Schreibt und verbrennt sie. Immer wieder.
Hannah kann der Stille ihrer Worte nicht entkommen. Bis sie Levi trifft, der mit aller Macht versucht herauszufinden, wer sie wirklich ist …

Bewertung

Dieses Buch hat mich förmlich mitgerissen. Die Protagonistin Hannah hat ihren Platz in der Welt verloren, ihre Zwillingsschwester Izzy ist gestorben. Für Hannah fühlt es sich so an als wäre ein Teil von ihr selbst mit ihrer Schwester gestorben. Auch die Eltern der Zwillinge leiden an diesem schweren Verlust. Die Autorin Ava Reed hat mit ihrem wundervollem Schreibstil dafür gesorgt, das einem die Gefühle greifbar erscheinen. Man konnte sich beim Lesen sehr gut in Hannah hineinversetzen, auch wenn ich mir natürlich nicht vorstellen kann und mag, wie es sich anfühlt einen wichtigen Teil seiner selbst zu verlieren.Ich denke gerade bei Zwillingen ist dieser Verlust noch größer.
Anfangs war ich beim Lesen sauer auf Hannah's Eltern. Sie kamen mir sehr distanziert vor. Ich hatte oft das Gefühl, das es sie gar nicht interessiert wie es ihrem zweitem Kind nach dem Verlust geht. Als sie dann sagten, das Hannah ein Internat für "besondere Fälle" besuchen sollte, war ich fassungslos. Ich weiß nicht ob es so gedacht war, das die Eltern so kalt rüberkommen oder ob es an mir lag, aber dieser Punkt hat mich etwas gestört.

Hannah's Gefühle wurden aber sehr gut und authentisch beschrieben. Die Art und weise wie sie sich nach dem Verlust ihrer Sprache ausgedrückt hat, hat mir gefallen, vor allem hat man gemerkt, das man oft gar nicht viel zu sagen braucht um sich verständlich zu machen. Toll war auch Hannah's Anker, der Kater Mo ihrer Schwester.

Eigentlich bekommen wir von der Geschichte keine lange Zeitspanne, sondern lediglich ein paar Wochen. In diesen Wochen passiert bei Hannah aber eine Menge, sowohl Körperlich als auch Geistig. Levi gibt ihr einen neuen Halt und durch seine direkte Art auch neuen Lebensmut. 

Leider war mir das aber ein bisschen zu schnell um authentisch zu wirken, ich hätte mir etwas mehr Zeit im Internat selber gewünscht, diese kurze Zeit in der die Geschichte spielt kann nicht gereicht haben um einen so großen Verlust zu "verarbeiten". 


Das Leseexemplar wurde mir kostenfrei vom Verlag gestellt.


Meinung